Onguma The Fort: Luxus-Safarilodge mit orientalischem Flair

Onguma The Fort: Luxus-Safarilodge mit orientalischem Flair

Manche Lodges beeindrucken durch ihre Lage, andere durch ihr Design. Onguma The Fort schafft beides. Am östlichen Rand des Etosha Nationalparks erhebt sich eine Lodge, die mit ihren Mauern, Türmen, Wasserläufen und orientalisch inspirierten Details zunächst überrascht. Und dann doch erstaunlich selbstverständlich in dieser weiten, trockenen Landschaft erscheint.

Wir kommen aus dem Damaraland, nach Tagen brachialer Schroffheit, Felsenlandschaften und bewegenden Begegnungen mit Wüstenelefanten. Unser Weg nach Onguma führt uns zunächst durch den zentralen Etosha Nationalpark, wo wir auf flirrende Hitze treffen und schnell diesen ganz bestimmten Geruch von trockenem Gras und staubiger Erde vernehmen. Tiere drängen sich unter die wenigen, schattenspendenen Bäume, ein Löwenpärchen verzieht sich hinter eine schmale Hecke.

Hinter dem Gate zum Onguma Private Game Reserve verändert sich die Landschaft nicht schlagartig, aber ihre Textur wird eine andere. Der Blick verliert etwas von der endlos wirkenden Etosha-Weite und findet dafür mehr Vegetation, mehr Schatten und mehr Nähe. Tiere sind nicht schon auf Hunderte Meter als Flecken in der Landschaft zu sehen, sondern blicken uns plötzlich aus dichtem Buschwerk skeptisch entgegen. Onguma wirkt nicht wie ein Gegenentwurf zum Nationalpark, sondern wie dessen intimere Fortsetzung.

In Herero bedeutet Onguma: „der Ort, den man nicht verlassen möchte“. Nach drei Nächten wissen wir sehr genau: Das ist keine Marketingfloskel. Es ist eine Beschreibung aus tiefstem Herzen.

Das Onguma Private Game Reserve: Mehr als ein Etosha-Anbau?

Das Onguma Private Game Reserve liegt direkt am östlichen Rand des Etosha Nationalparks. Die Lage ist strategisch ideal: nah genug am Von-Lindequist-Gate und am Namutoni-Teil von Etosha, um den Nationalpark intensiv einzubinden, aber gleichzeitig privat genug, um ein anderes, ruhigeres Safari-Gefühl zu schaffen. Onguma umfasst rund 36.000 Hektar geschützte Wildnis, die mehr ist als ein hochwertiger Etosha-Anbau. Schon 2016 war ich (für nur eine Nacht) im Reservat, hatte jedoch damals nicht ausreichend Gelegenheit, tiefer einzutauchen.

Nun wollte ich es anders machen, habe monatelang recherchiert und mich auch sehr intensiv mit den Conservation-Bemühungen von Onguma auseinandergesetzt. Das Reservat ist einer der ausgewählten Hüter der nationalen Spitzmaulnashorn-Population und arbeitet im Rahmen des namibischen Black Rhino Custodianship-Programms eng mit dem zuständigen Umweltministerium zusammen. Die eigene Conservation Levy fließt bei Onguma unter anderem in Anti-Poaching-Patrouillen, Nashornschutz, Wildtiermonitoring, veterinärmedizinische Eingriffe, Habitatpflege, Forschung und Community-Projekte.

Das klingt zunächst nach den üblichen Begriffen, die heute viele Safari-Produkte bemühen. In Onguma fühlt es sich anders an. Nicht, weil jeder Satz über Naturschutz besonders pathetisch erzählt würde, sondern gerade weil er auf mich im Alltag der Lodges selbstverständlich wirkt. Die Guides sprechen über Spuren, Territorien und Bewegungsmuster nicht wie über Programmpunkte, sondern wie über ein lebendiges System, das sie täglich beobachten und mit Stolz, Demut und Begeisterung schützen.

Gerade im Luxussegment ist es mir wichtig, dass mit jedem Aufenthalt auch ein Beitrag zum Schutz und Erhalt der Lebensräume geleistet wird. Entsprechend ist auch der Zugang zum Reservat bewusst reguliert. Selbstfahren ist im privaten Onguma-Reservat nicht erlaubt; Safari-Aktivitäten finden ausschließlich geführt statt. Und selbst bei spektakulären Sichtungen ist die Anzahl der Fahrzeuge begrenzt, um ein ethischeres und ruhigeres Wildlife Viewing zu ermöglichen.

Erste Nacht im Dream Cruiser – Safari unter freiem Himmel

Unsere erste Nacht verbringen wir nicht im Fort, sondern im sogenannten Onguma Dream Cruiser. Der Dream Cruiser ist eines jener Erlebnisse, die auf dem Papier fast zu konstruiert klingen und in der Realität erstaunlich pur wirken. Ein speziell umgebauter Land Cruiser, der an einem sorgfältig ausgewählten Ort abseits der eigentlichen Lodges im Reservat platziert wurde. Er ist auf zwei Ebenen konzipiert: unten ein kleines Bad mit Dusche, Toilette und Waschbecken, oben ein offenes Schlafdeck mit Bett und Lounge-Bereich. Freier Blick in die Wildnis, vor uns ein kleines Wasserloch.

Nach einem kurzen Sundowner-Drive werden wir zum Dream Cruiser gebracht. Unser Guide zeigt uns den Aufbau, erklärt Licht, Funkgerät, das bereitgestellte Nachtsichtgerät und den Ablauf am nächsten Morgen. Kurz darauf kommt noch ein Koch vorgefahren und bringt uns einen großen Korb mit einer Vielzahl an Köstlichkeiten, die er für unser romantisches Abendessen vorbereitet hat. Dann verschwinden beide in die Dämmerung. Zurück bleiben wir, ein gemütliches Bett, ein reich gedeckter Tisch, zwei solarbetriebene Laternen, der langsam verblassende Himmel und diese eigentümliche Mischung aus Komfort und Ausgesetztheit.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich Wahrnehmung verändert, wenn Wände und jede sichtbare Spur umliegender Zivilisation fehlen. Ein Ast klingt nicht mehr wie ein Ast. Ein Rascheln wird zum spannenden Fragezeichen. Der Wind hat plötzlich eine Richtung. Die Dunkelheit erscheint wie ein eigener Raum. Das Geräusch am Wasserloch entpuppt sich im Nachtsichtgerät tatsächlich als Nashorn. Wir hören Löwen – nicht allzu weit entfernt, nicht gedämpft durch Fensterglas, sondern sehr präsent und pur. Es gibt Momente, in denen man nicht einschläft, weil man nichts verpassen will. Das ist so ein Moment.

Man schläft nicht trotz dieser Geräusche. Man schläft mit ihnen, weil man begreift, dass man hier zu Gast ist – nicht umgekehrt.

Dieses Erlebnis ist einzigartig in Namibia (und ich kenne auch kein vergleichbares Pendant irgendwo sonst auf der Welt) und es wurde bewusst auf eine Nacht ausgelegt. Trotz aller Annehmlichkeiten ist es eine sehr pure Verbindung zur Natur. Unser Guide verrät uns, dass es nicht selten vorkommt, dass sich Paare in der Nacht dann doch per Funkgerät melden und lieber abholen lassen. Aus diesem Grund ist der DreamCruiser auch nur als Top-Up möglich, während man parallel in einer der Onguma Lodges und Camps im Reservat ein Zimmer gebucht hat.

Unser nächster Morgen beginnt früh. Mit den ersten Sonnenstrahlen weichen die Geräusche der Nacht dem regen Gezwitscher der zahlreichen Vögel, während das Licht langsam Konturen in die Landschaft zeichnet. Wir strecken uns und blicken mit einem tiefen Grinsen hinaus in die Landschaft… wow, was für ein Ort! Kurz darauf rollt auch schon unser Guide vor, der uns für einen Nature Walk abholen möchte. Zu Fuß laufen wir mit ihm durch die Landschaft, erfahren viel Neues über die kleinen Details der namibischen Flora und Fauna, lauschen gespannt seinen Anekdoten. Intensiver hätte unser Start in Onguma nicht sein können und genau deshalb wähnen wir uns am absolut richtigen Ort.

Onguma The Fort – Architektur, die Haltung zeigt

Nach dieser Nacht unter freiem Himmel wirkt unser Wechsel ins Onguma The Fort fast filmisch. The Fort ist das ungewöhnlichste Gebäude, das ich je in der afrikanischen Wildnis gesehen habe. Und das meine ich im allerbesten Sinnne: Massive Steinmauern, die sich aus dem roten Lateritboden erheben, als wären sie immer schon dort gewesen. Ein zentraler Turm, von dem wir weit hinaus über das große Wasserloch auf die Fischer’s Pan blicken können – eine Perspektive, die je nach Tageszeit und Lichteinfall zwischen weiß, rosa und tief orange changiert.

Zwei schwere Holztüren, mit Nägeln beschlagen wie eine Festungspforte, stehen im Eingangsbereich offen. Dahinter: Wasserläufe, Innenhöfe, spannende Blickachsen. Marrakesch trifft Jaipur. Abends, wenn Feuerkörbe zwischen den Mauern entzündet werden und das Licht der Laternen über die Wasserflächen reflektiert, entsteht eine Atmosphäre, die fast meditativ wirkt. Das könnte leicht kulissenhaft wirken, tut es aber nicht. The Fort funktioniert, weil es gar nicht erst versucht, die Landschaft zu imitieren.

Natürlich ist dieser Stil eine bewusste Setzung. Wer Safari-Design nur in Canvas, Naturtönen und maximaler Zurückhaltung denkt, wird The Fort ganz sicher ungewöhnlich finden. Gerade darin liegt aber auch seine Stärke: Die Lodge ist kein austauschbares Safari-Produkt, sondern ein Ort mit eigener Handschrift und DNA. Und das ist im Luxustourismus, der zunehmend zum glatten Einheitslook aus reetgedeckten Dächern und braunen Leinen neigt, bereits ein Statement.

Auch der Poolbereich greift die besondere Gestaltung des Forts sehr gelungen auf. Es ist kein klassischer Lodge-Pool, der irgendwo neben dem Haupthaus platziert wurde, sondern wirkt wie eine Fortsetzung der Wasserläufe und Innenhöfe. Neben dem tieferen, badetauglichen Plunge Pool gibt es einen flachen Wasserbereich mit integrierten Stühlen und kleinen Tischen – perfekt, um sich nach einem heißen Vormittag im Reservat mit den Füßen im Wasser und einem kühlen Drink abzukühlen. Ein weiterer Beleg dafür, wie konsequent dieser Ort seine ganz eigene Atmosphäre entwickelt.

Suiten mit viel Raum und Privatsphäre

Die dreizehn Suiten sind als kleine Mini-Forts entlang der Hauptstruktur angeordnet, jeweils mit großzügigem Abstand zueinander. Unsere Honeymoon Suite ist noch etwas größer als die ohnehin sehr geräumigen Bush Suiten und liegt ganz am Ende der Anlage. Sie überzeugt durch ihre hochwertige Einrichtung und sehr stimmige Designelemente: hohe Decken, warme Materialien, schwere Holztüren, ein überaus geräumiges Badezimmer in Turmform mit Innen- und Außendusche, eine eigene Loungeecke und ein ausgesprochen gemütliches Kingsize-Bett.

Mein persönliches Highlight ist jedoch der Außenbereich. Unsere private Terrasse öffnet sich weit in Richtung Busch und Wasserloch, mit Badewanne, holzbefeuertem Natur-Jacuzzi und unverstelltem Blick in die Landschaft. Gerade zwischen den Aktivitäten wird die Suite dadurch mehr als nur ein schöner Schlafplatz. Man kann hier ankommen, den Staub des Vormittags abstreifen, in die Stille hören und das Onguma Reservat einfach weiterwirken lassen.

Tagsüber dürfen wir uns frei zwischen Haupthaus und Suite bewegen. Nach Einbruch der Dunkelheit werden wir per Buggy chauffiert, da das Gelände nicht umzäunt ist und Tiere jederzeit durchziehen können. An einem Morgen finden wir frische Elefantenspuren keine zwanzig Meter vor unserer Terrasse. Genau solche Momente verhindern, dass Luxus hier zur abgeschlossenen Komfortblase wird. The Fort bietet viel Komfort, aber nie das Gefühl, von der Wildnis getrennt zu sein. Man ist geschützt, sehr gut aufgehoben – und trotzdem spüre ich jederzeit ganz deutlich, dass diese Landschaft nicht zur Lodge gehört, sondern die Lodge zu ihr.

Safari in Onguma und Etosha

So stark The Fort als Lodge auch ist: Onguma lebt natürlich nicht allein von Architektur, Design und hervorragendem Service. Unser Hauptgrund für den Aufenthalt ist das Zusammenspiel aus privatem Reservat und direkter Nähe zum Etosha Nationalpark. Wir sind in Onguma All Inclusive gebucht, was aus meiner Sicht absolut sinnvoll ist. Neben Verpflegung und Getränken sind damit auch alle Aktivitäten eingeschlossen. Im privaten Reservat ist Selbstfahren ohnehin nicht erlaubt, und genau das ist Teil des Mehrwerts. Man überlässt die Landschaft Menschen, die sie aus jahrelanger Erfahrung lesen können.

Einen halben Tag verbringen wir gemeinsam mit unserem Guide im Etosha Nationalpark. Der Wechsel ist interessant, weil Etosha und Onguma zwar direkt nebeneinanderliegen, aber unterschiedlich funktionieren. Etosha wirkt offener, heller, weiter. Die großen Pfannen, die Wasserstellen, das harte Licht – all das macht den Nationalpark einzigartig. Onguma dagegen ist dichter, buschiger und intimer. Beides ergänzt sich sehr gut, wobei ich die Fahrten im privaten Reservat als deutlich intensiver wahrgenommen habe, allein schon weil es keine Ablenkungen durch andere Fahrzeuge und Störgeräusche gibt.

Im privaten Reservat erleben wir täglich Löwen, mehrfach Breitmaul- und Spitzmaulnashörner sowie zwei Geparden aus nächster Nähe. Besonders angenehm ist dabei die Ruhe an den Sichtungen. Es entsteht kein Gefühl von Gedränge oder Hektik. Die Guides kennen die Bewegungsmuster, Wasserstellen und Spuren, und sie nehmen sich Zeit. Genau darin liegt für mich der eigentliche Luxus dieser Safaris: nicht möglichst schnell möglichst viel zu sehen, sondern eine Situation wirklich beobachten zu können. Zu lernen, zu verstehen, zu spüren und zu begreifen.

Auch das Guiding überzeugt. Unser Guide sucht nicht nur Tiere, sondern erklärt Zusammenhänge: woran er erkennt, dass eine Spur frisch ist, welche Wege bestimmte Tiere regelmäßig nutzen, weshalb Windrichtungen eine elementare Rolle für Raubkatzen und Antilopen spielen, weshalb sich Spitzmaulnashörner mitunter aggressiver verhalten als ihre Verwandten und warum häufig Löwenmännchen aus dem Etosha Nationalpark ins Reservat schleichen, um ihr Territorium zu erweitern. Dadurch bekommt Safari Tiefgang. Auch wenn ich schon auf mehr als 100 Game Drives in meinem Leben sein durfte, erweitert doch jeder gute Guide mit seinem Wissensschatz meinen Horizont.

Ongumas Tierbestand wirkt sehr gesund. Bei meinem Kurzbesuch vor 10 Jahren sah das noch etwas anders aus: Es waren nur sehr wenige Tiere zu sehen, sodass die Guides quasi gezwungen waren, hauptsächlich im öffentlichen Nationalpark unterwegs zu sein. Mittlerweile gibt es eine so gesunde Population aller relevanten Tierarten direkt in Onguma, dass die Game Drives im privaten Reservat nicht etwa eine schöne Ergänzung sind, sondern der eigentliche Star der Show… genau so, wie man es von einem Private Reserve auf diesem Preisniveau auch erwarten würde.

Service, Kulinarik und leise Perfektion

Der Service in Onguma The Fort gehört für mich zu den stillen Stärken des Aufenthalts. Er ist aufmerksam, aber nie aufdringlich. Nach jedem Game Drive warten kalte Tücher, Getränke und ein ruhiger Empfang, ohne große Zeremonie. Gerade nach staubigen Stunden im Fahrzeug ist das für mich genau die richtige Form von Luxus. Nicht laut und überinszeniert, sondern wohltuend und gut getaktet. Generell wirkt das Team sehr präsent, ohne ständig im Vordergrund zu stehen. Es gibt Lodges, in denen Service beinahe choreografiert wirkt. Im Onguma The Fort fühlt er sich natürlicher an. Professionell, persönlich, aber angemessen locker und leicht.

Auch kulinarisch überzeugt Onguma The Fort auf sehr hohem Niveau. Das Frühstück ist deutlich mehr als ein funktionaler Start in den Safari-Tag. Neben einem hochwertigen Buffet gibt es frisch zubereitete warme Speisen, guten Kaffee und genug Ruhe, um nach einer frühen Ausfahrt nicht sofort wieder in den nächsten Programmpunkt zu kippen. Wir sitzen auf der Außenterrasse vor dem offenen Haupthaus, blicken Richtung Wasserloch und Fischer’s Pan und merken, wie sehr die besondere Atmosphäre des Ortes auch unsere Mahlzeiten prägt.

Mittags gefällt mir besonders die Flexibilität. Statt eines schweren, fest gesetzten Menüs gibt es eine gute Auswahl à la carte, die sich perfekt dem eigenen Flow anpasst. Leichte Gerichte, frische Komponenten, aber auch genug Substanz, wenn man nach einem langen Vormittag wirklich Hunger hat. Und wenn die Lücke zwischen Lunch und Dinner zu groß erscheint, warten natürlich auch in der Zwischenzeit süße und herzhafte Sünden auf Abnehmer. Logisch, der High Tea vor der Abfahrt am Nachmittag sowie der traditionelle Sundowner auf dem abendlichen Game Drive dürfen als Ritual natürlich nicht fehlen.

Am Abend zeigt The Fort dann seine schönste Seite. Das Zusammenspiel aus perfekter Beleuchtung, leise knisternden Feuerkörben und dem Ausblick auf die geheimnisvolle Weite der Landschaft erzeugen beim Dinner eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht. Das mehrgängige Menü ist hochwertig, abwechslungsreich und auf Top-Niveau umgesetzt, ohne sich in überambitionierten Konzepten zu verlieren. Die Küche verbindet Einflüsse aus Nord- und Südafrika, bleibt aber angenehm frei und unverkrampft.

Besonders in Erinnerung bleibt mir ein kleines Detail an unserem ersten Abend im The Fort. Unser Guide entdeckte bei unserem morgendlichen Bush Walk frische, essbare Pilze und reichte diese später an das Küchenteam weiter. Später finden wir diese perfekt zubereitet auf unseren Tellern wieder. Kein inszenierter Farm-to-table-Moment, kein kulinarisches Storytelling um seiner selbst willen. Einfach eine direkte Verbindung zwischen Natur, unserem Guide, der Küche und uns als Gast. Manchmal sind es eben die kleinen Details, die noch lange nachhallen.

Für mich ist Onguma The Fort keine Lodge, die sich primär über Kulinarik definiert. Dafür steht das Gesamterlebnis aus Reservat, Architektur, Guiding und Atmosphäre zu stark im Vordergrund. Aber gerade deshalb ist es bemerkenswert, wie stimmig Küche und Service eingebunden sind. Das Essen trägt den Aufenthalt, ohne ihn zu dominieren. Der Service hält alles zusammen, ohne sich in den Mittelpunkt zu stellen. Und die Sundowner schaffen jene stillen Übergänge zwischen Safari-Tag und Lodge-Abend, die in Erinnerung oft stärker nachwirken als die großen Programmpunkte.

Unser Fazit zu Onguma The Fort

Namibia ist keine Safari-Destination, die sich über maximale Tierdichte definiert. Wer die Maßstäbe von Botswana, der Serengeti oder den besten privaten Reservaten Südafrikas anlegt, vergleicht eigentlich unterschiedliche Versprechen. Etosha hat nicht die Herdenbewegungen Ostafrikas, nicht die Wasserwelten des Okavango Deltas und nicht die Dichte mancher Kruger-Konzessionen. Aber genau darin liegt auch die Stärke: Namibia erzählt Safari über seine Weite, das Licht, die oft lebensfeindliche Trockenheit, seine Stille und eine fast stoische Klarheit der Landschaft.

Onguma The Fort übersetzt diese Qualitäten in ein außergewöhnliches Lodge-Erlebnis. Es macht Etosha nicht künstlich spektakulärer, als es ist, sondern hebt das, was diese Region besonders macht, auf ein herausragendes Niveau. Für mich ist Onguma aktuell das stimmigste Gesamterlebnis für anspruchsvolle Reisende im Etosha-Kontext und auch den Mitbewerbern wie Ongava nahe des Andersson Gates (am südlichen Rand der Etosha) qualitativ deutlich überlegen.

The Fort ist trotz der extravaganten Architektur kein Ort, der sich über laute Superlative definieren muss. Die Lodge bleibt gerade deshalb in Erinnerung, weil sie Charakter hat. Sie ist luxuriös, aber nicht glatt. Inszeniert, aber nicht beliebig. Eigenständig, und doch tief mit der Landschaft verbunden. Wer Etosha hochwertig erleben möchte und offen ist für eine Lodge mit klarer Handschrift, findet hier einen der überzeugendsten Orte in Namibia. Nicht als Ersatz für die großen Safari-Klassiker Afrikas, sondern als sehr eigenständige Interpretation dessen, was Safari im Land der endlosen Horizonte sein kann.


Das hat uns begeistert:

  • Perfekte Kombination aus Etosha-Nähe und privatem Reservat
  • Sehr ruhige, intime Safari-Momente ohne Gedränge
  • Exzellentes Guiding und glaubwürdiges Naturschutz-Engagement
  • Charakterstarke Architektur mit wirklich unvergleichlicher Atmosphäre
  • Suiten mit viel Privatsphäre, starkem Außenbereich und weitem Blick
  • Aufmerksamer, präsenter Service ohne Steifheit oder Überinszenierung
  • Dream Cruiser als echtes Signature Erlebnis – intensiv und unvergesslich

Das geht noch besser:

  • Bei Game Drives in den staatlich verwalteten Etosha Nationalpark ist man für Pausen auf die öffentliche Park-Infrastruktur angewiesen. Diese fällt qualitativ spürbar gegenüber dem Onguma-Erlebnis ab und sorgt punktuell für einen Bruch im sonst sehr hochwertigen Gästeerlebnis. Eine eigene Onguma-Lösung – etwa ein kleiner Loungebereich oder eine Kooperation für hochwertigere Stopps in einem der Rest Camps – wäre eine schöne Ergänzung, um den Gesamteindruck auch während der Etosha-Ausflüge nahtloser zu halten.

Honeymoon-Tauglichkeit:

  • 90 %, ideal für Paare, die Privatsphäre, besonderes Design und intensive Safari-Momente suchen

Aufenthaltsdauer:

  • Wir empfehlen auf jeden Fall 2 Nächte, besser jedoch mindestens 3 Nächte in Onguma, um möglichst viel von den angebotenen Erlebnissen profitieren zu können und dabei keinen Anflug von Freizeitstress zu erleben. Denn auch ein entspannter Nachmittag am Pool oder eine Tour zum Photo Hide sollte man nicht verpassen. Onguma The Fort für nur eine Nacht? Wäre definitiv zu kurz.

Das kostet es:

  • Je nach Saison ca. 650–800 EUR pro Person und Nacht inkl. All Inclusive & Safaripaket

Onguma The Fort: Livestream vom Wasserloch

Die Recherchen im Onguma Game Reserve erfolgten auf eigene Rechnung. Mehr zum Thema Transparenz & Unabhängigkeit findet sich in unseren Leitlinien.

Alex
Alex

Alex Mirschel hat FINEST PLACES bereits 2010 gegründet und viele Jahre unter dem ursprünglichen Namen Niedblog zu einem der einflussreichsten Luxus-Reiseblogs in Europa entwickelt. Seit dem Rebranding 2022 ist er unter FINEST PLACES unterwegs. Der Frankfurter war ursprünglich im öffentlichen Recht tätig und hielt einen Lehrauftrag als Dozent. Heute ist er selbstständiger Berater und Netzwerkpartner von Realizing Progress. Der Tourismusprofi entwickelt Strategien, Kommunikationskonzepte und begleitet Veränderungsprozesse von Unternehmen und Destinationen. Alex gilt zudem als einer der führenden Experten für KI im Tourismus und sprach u.a. als Sachverständiger im Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages.

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