andBeyond Sossusvlei Desert Lodge: Namibias Wüsten-Königin

andBeyond Sossusvlei Desert Lodge: Namibias Wüsten-Königin

Schon lange stand ein Besuch der einzigartigen andBeyond Sossusvlei Desert Lodge weit oben auf meiner persönlichen Bucketlist. Ohnehin bin ich ein großer Sympathisant von andBeyond, die es wie kaum ein zweites Unternehmen schaffen, besondere Erlebnisse und luxuriösen Komfort mit echter Wertschöpfung für den Naturschutz, den Erhalt bedrohter Lebensräume sowie die Stärkung und Selbstbefähigung der lokalen Bevölkerung zu vereinen. andBeyond – das durfte ich bereits an mehreren ihrer Standorte selbst erleben – schafft diese Werte nicht aus Selbstzweck, sondern praktiziert sie aus tiefster Überzeugung.

Nun ist die Sossusvlei Desert Lodge (für mich) nicht gerade ein Fall für die Portokasse, doch in einem Anflug von Carpe Diem Mentalität entschlossen wir uns während eines Aufenthaltes in einem neuen Schutzgebiet unweit der Hauptstadt Windhoek zu einer Last Minute Anfrage bei andBeyond und dem Umbuchen unserer Rückflüge. So ergab es sich, dass wir spontan zwei Tage später im Mietwagen in Richtung Sossusvlei Wüste saßen und am frühen Nachmittag das Zufahrtstor von andBeyond passierten.

Es ist nicht mein erster Besuch am Rande der Namibwüste und doch ist diese Kombination an malerischer Kargheit und atemberaubender Schroffheit nichts anderes als überwältigend. Ein Terrain mit scheinbar endlosen Weiten, einzigartigem Licht und einem unvergleichlichen Zauber. Ohne Zweifel handelt es sich bei dieser unberührten Wüstenwildnis um eine der faszinierendsten natürlichen Regionen Afrikas. Und mittendrin – in einem über 12.000 Hektar großen Konzessionsgebiet mit beeindruckenden Dünen schmiegt sich die andBeyond Sossusvlei Desert Lodge mit flacher Silhouette in diese surreal anmutende Mondlandschaft.

andBeyond Sossusvlei Desert Lodge: Außen Understatement, innen pure Eleganz

Die andBeyond Sossusvlei Desert Lodge wurde im Jahre 2019 aufwändig renoviert und dabei mit neuem Innendesign sowie zahlreichen Features ausgestattet. Heute bieten zehn gläserne Desert Suiten sowie eine extragroße Star Dune Suite den Gästen ultimativen Komfort und Eleganz mit einem offen gestalteten, lichtdurchfluteten Designkonzept und zahllosen Annehmlichkeiten. Jede Suite verfügt über ein privates Schwimmbecken, eine Außendusche und ein auffahrbares Sternenfenster über dem Bett. Die rustikale und bewusst unscheinbare Außengestaltung wird im Inneren durch hochwertigste Materialien, Kunstwerke und traditionelle afrikanische Accessoires perfekt abgerundet.

Bei allem Luxus werden Umweltverträglichkeit und Naturschutz in allen Bereichen mit höchster Priorität behandelt. Die Lodge verfügt über eine eigene Wasseraufbereitungsanlage vor Ort und setzt auf ein Hybrid-Solarenergiekonzept. Hierbei erzeugt jedes einzelne Gebäude ausreichend Energie, um nicht nur die Klimaanlage und die Pumpfilter der (unbeheizten) Pools zu betreiben, sondern auch das gesamte Wasseraufbereitungs- und Recycling-System. Trinkwasser wird in recycelten Glasflaschen vor Ort abgefüllt, alle Reinigungsprodukte sind umweltfreundlich und 100% biologisch abbaubar.

Nicht zu vergessen die Einbindung und Zusammenarbeit von und mit den lokalen Communities. Ein Großteil des Personals kommt aus den nächsten Ortschaften und wurde von andBeyond zu professionellen Teammitgliedern befähigt, die ein besonderes Maß an Wertschätzung, Begeisterung, Stolz, Servicementalität und Enthusiasmus an den Tag legen. Es ist schön zu spüren, mit welcher Leidenschaft sie über ihr Land und ihre Natur berichten und mit welchem Strahlen sie ihren eigenen Werdegang beschreiben. Passend zu andBeyonds Nachhaltigkeitsprinzipien: Care of the land. Care of the wildlife. Und: Care of the people.

Von jedem Winkel der eigenen Suite sowie der Hauptgebäude mit Restaurant und Bar lockt der unverbaute Blick hinaus in die Weite. Wenn man nicht wüsste, dass diese Landschaft tatsächlich ganz real vor einem liegt, würde man sie wohl als melodramatische Überspitzung abtun. Man verliert jedes Gefühl für Zeit und Raum, wenn die Augen (und Gedanken) hinausschweifen und man erst mit einiger Verzögerung bemerkt, wie kalt das Poolwasser trotz der heißen Tagestemperaturen Ende April noch immer ist. Ein Ort von unvergleichlicher Strahlkraft.

Sossusvlei in Namibia: Die Wüste lebt!

Obwohl das Namib- und Sossusvlei-Gebiet auf den ersten Blick lebensfeindlich erscheint, überraschen die Wüstendünen mit einer überaus gesunden und hochgradig spezialisierten Flora und Fauna. Zebras, Strauße und Oryx-Antilopen durchstreifen die Weiten oder erfreuen sich an den erfrischenden Wasserlöchern unweit der Lodge. Auch ein Rudel Löffelhunde lunzt uns skeptisch aus seinem Bau entgegen. Der Spitzname „Living Desert“ kommt jedenfalls nicht von ungefähr.

Wenn man einen genauen Blick in und unter den Sand wirft, bemerkt man, dass der heiße Wüstenboden Lebensraum für zahllose, oft sonderbare Kleinstlebewesen bietet. Das Namib-Sandgecko überlebt das Rennen über den glühend heißen Wüstensand, indem es seine Füße extrem weit spreizt und das Standbein ständig wechselt. Verschiedene Wüstenmulle, zum Beispiel der Golden Mole, vergraben sich lieber gleich und verbringen ihre Lebenszeit vor allem „unter Tage“. Die Zwergpuffotter gehört ebenfalls zu den nachtaktiven Arten und hat es mit ihren überfallartigen Attacken vor allem auf Eidechsen und Geckos abgesehen.

Mit etwas Glück sieht man sie auch tagsüber in geschwungenen Seitwärtsbewegungen über den Sand schweben, während die White Lady Spider lieber das Weite sucht. Es kreucht und fleucht überall. So gehören geführte Erkundungstouren (z.B. auf dem Fat Bike oder dem Quad) durch das andBeyond Reservat ebenso zum Repertoire an spannenden Aktivitäten wie klassische Safaris im offenen Geländewagen. Hier gibt es zwar keine Big Five zu erspähen, aber jede Menge kleinere und größere Überraschungen. Und im schlimmsten Fall weht uns einfach der angenehme Wind um die Nase, während wir uns zum Sundowner mit einem leckeren Gin Tonic ausstatten.

Natürlich dürfen auch ein Ausflug zur Sossusvlei und Deadvlei – den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Namibias – sowie dem benachbarten Sesriem Canyon nicht fehlen. Auf Wunsch sind auch Helikopterflüge oder Touren mit dem Heißluftballon über die Wüste buchbar. Oder darf es lieber eine Wanderung zu Höhlenmalereien und den Zeugnissen früheren Lebens sein? Langeweile kann in der andBeyond Sossusvlei Desert Lodge jedenfalls nicht aufkommen.

Aktivitäten, Ausflüge, Touren: Was bietet die andBeyond Sossusvlei Desert Lodge?

Die Guides sind exzellent ausgebildet und teilen ihr Wissen gerne. Selbst mysteriöse Kornkreise lassen sich in der Mondlandschaft bestaunen. Und wenn das letzte Tageslicht hinter den Dünen verschwindet, offenbart sich am Himmelszelt ein wahres Schauspiel an Himmelskörpern. Leider war bei unserem Aufenthalt, bedingt durch das Wiederanlaufen nach der Coronakrise, der hauseigene Astronom noch nicht wieder im Dienst. Somit blieb uns zwar das Observatorium verwehrt, doch allein schon mit bloßem Auge ist der Sternenhimmel am Rande des International Dark Sky Reserve von magischer Schönheit.

Der Trip zur Sossusvlei und Deadvlei ist definitiv ein Highlight und sollte auf keinen Fall verpasst werden. Die Sossusvlei Desert Lodge liegt rund 35 Fahrtminuten von Sesriem entfernt, von hier sind es dann nochmal rund 50 Minuten durch den Namib-Naukluft Nationalpark bis zum Startpunkt. Zu den berühmtesten Dünen Afrikas zählen „Big Mama“ und Big Daddy, die mit rund 350 Höhenmetern als eine der höchsten Wüstendünen der Welt gilt. Mit den steigenden Temperaturen wird auch der Aufstieg mit jedem Schritt anstregender, sodass eine gute Grundfitness definitiv erforderlich ist.

Doch selbst wenn ein vollständiger Aufstieg bis zum höchsten Punkt nicht möglich (oder beabsichtigt) sein sollte, so ist allein schon der Anblick der weltbekannten Deadvlei die Strapazen und das frühe Aufstehen in jedem Fall mehr als Wert. Hierbei nehmen die Guides selbstverständlich Rücksicht auf die individuellen Wünsche und das eigene Tempo – es werden ausreichend Pausen eingeplant, Getränke bereitgestellt und zur Belohnung lockt im Anschluss ein üppiges Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten und einer guten Tasse Kaffee unter einem schattigen Baum.

Einige Fotoliebhaber schlägt es auf direktem Wege in die Deadvlei, sie verzichten also auf das Erklimmen der gewaltigen Sandberge und begeben sich lieber auf die Jagd nach dem besten Motiv bzw. der besten Lichtstimmung. Es wird angenommen, dass die Bäume vor etwa 600 bis 700 Jahren gestorben sind und seitdem in ihrer jetzigen Form verharren. Die Lehmsenke inmitten der Dünen entstand vor mehreren Jahrhunderten, als ein Fluss seine Richtung änderte und die Feuchtigkeit, die für das Wachstum der Bäume notwendig war, versickerte. Die dunklen Überbleibsel bilden auf dem fast strahlend weißen Lehmboden umrahmt vom rötlichen Sand einen faszinierenden Kontrast.

Offene Bar-Insel mit Traumaussicht (Foto: andBeyond Sossusvlei Desert Lodge)

Kulinarik, die keine Wünsche offen lässt

Erfahrene Safari-Reisende, die mit dem absoluten Luxussegment im südlichen Afrika vertraut sind, wissen natürlich genau: Selbst an den entlegensten Orten warten oft kulinarische Meisterwerke. andBeyond bringt diesen Anspruch auch in die Wüste Namibias und schafft es inmitten von Hunderten Kilometern Sandwüste selbst höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Alle Speisen werden individuell besprochen und zubereitet, Wünsche bleiben keine offen.

Die Küche ist dabei bewusst auch als Ort der Begegnung und Interaktion konzipiert, schon beim Frühstück soll man nicht nur mit den eigenen Kellnerinnen und Kellner in Kontakt kommen, sondern sehr gerne auch mit den Köchinnen und Köchen der Lodge. Das Niveau der gebotenen Speisen und Getränke ist durchweg von höchster Güte, der Service überaus aufmerksam und zuvorkommend – während unseres Aufenthaltes aber noch pandemiebedingt auf physischen Abstand bedacht. Gleichwohl kam auch hier das luftig offene Konzept positiv zur Geltung. Man verbringt selbst die Momente im Restaurant stets an der frischen Luft.

Zudem überlegt sich das andBeyond Team wechselnde, romantische Locations für eure Abendessen in Zweisamkeit. Ohne zu viel spoilern zu wollen, aber vielleicht findet ihr euch zum Candle Light Dinner u.a. im bestens ausgestatteten Weinkeller wieder.

Fazit zur andBeyond Sossusvlei Desert Lodge Namibia

Am Ende vergehen unsere 3 Nächte in der Lodge viel zu schnell und waren dennoch jede Sekunde (und jeden Euro) Wert. Das Flaggschiff von andBeyond in Namibia wird allen Lobpreisungen mehr als gerecht und weiß in dieser Kulisse der Superlativen eigene Akzente zu setzen, die sich trotz aller Eleganz bodenständig und abenteuerlich anfühlen. Eine perfekte Mischung und klare Empfehlung für anspruchsvolle Namibia Reisende auf der Suche nach dem ganz besonderen Extra!

Das hat uns begeistert:

  • Ein wirklich einzigartiger Ort mit ganz besonderer Atmosphäre fernab von allem
  • Rustikales Understatement von außen (inmitten der Mondlandschaft), Design-Weltklasse im Inneren
  • Riesiges Angebot an Aktivitäten und außergewöhnlichen Erlebnissen mit Top-Guides
  • Herausragend guter Service – wie er bei andBeyond tatsächlich fast „normal“ ist
  • Sehr offene, luftige Architektur – mit beeindruckenden Panoramablicken aus jedem Winkel
  • Perfekte Lage zu wichtigen Sehenswürdigkeiten wie der Sossusvlei und Deadvlei
  • Trotz lebensfeindlicher Bedingungen gibt es jede Menge Wildlife zu bestaunen
  • Exzellente Küche und sehr gute Weine, wechselnde Dinner-Locations, volle Flexibilität

Das geht noch besser:

  • Die Polsterauflagen in den Außenbereichen fallen der Witterung und dem Wüstensand natürlich schnell zum Opfer, hier müsste demnächst mal ein Austausch stattfinden
  • Leider war die Sternenwarte während unseres Aufenthaltes nicht nutzbar, da der Resident-Astronom nicht vor Ort war, daher konnten wir den fulminanten Sternenhimmel nur mit bloßem Auge bestaunen. Da es keinerlei Lichtverschmutzung gibt, ist das Himmelszelt von unvergleichlicher Klarheit und Schönheit. Da wir während der Covid-Hochphase bei nur sehr ausgeschränkter Auslastung in der Nebensaison in Namibia waren, ist die Abwesenheit natürlich nachvollziehbar.

Honeymoon-Tauglichkeit:

  • 99%, es ist der ultimative Traumort für jeden, der Abgeschiedenheit, Abenteuer und unvergessliche Eindrücke erleben möchte. Man darf sich nicht von Heuschrecken oder ähnlichem die Laune verderben lassen, sondern muss die Natur in all ihren Ausprägungen lieben. Wer dies tut, erlebt in der Sossusvlei Desert Lodge einen auf dieser Welt einzigartig schönen Ort mit jeder Menge Luxus und Annehmlichkeiten sowie viel Raum für Zweisamkeit und Ruhe.

Aufenthaltsdauer:

  • Wir empfehlen auf jeden Fall 2 – besser 3 – Nächte in der Lodge, um an den besten Aktivitäten und Erlebnissen teilhaben zu können. Denn bereits für den Besuch der Sossusvlei und Deadvlei mit ihren eindrucksvollen Dünen geht mindestens ein halber Tag drauf – was mit nur einer Übernachtung nicht zu bewerkstelligen ist. Ideal kombinierbar z.B. mit Swakopmund und Etosha.

Wifi / WLAN:

  • kostenfreies Wifi in allen Bereichen einschließlich der Zimmer

Veggie-Check:

  • auf höchstem Niveau gibt es jede Menge Optionen, das Personal geht sehr gerne und völlig flexibel auf individuelle Wünsche ein (sowohl beim „Was“ als auch beim „Wann“ und „Wo“)

Das kostet es:

  • Fully Inclusive (alle Speisen, Getränke, Wäscheservice, Ausflüge) in der Nebensaison pro Person ab etwa 770 EUR, die Preise werden ab 2023 wie überall spürbar steigen
  • Nebenkosten: außer Spa-Anwendungen, Champagner oder Souvenirs sind quasi alle Kosten gedeckt

Die Recherchen erfolgten auf eigene Rechnung, der Aufenthalt wurde kurzfristig vor Ort gebucht - zu einer Zeit, als Corona Restriktionen den internationalen Tourismus weitgehend lahmgelegt hatten. Mehr zum Thema Transparenz & Unabhängigkeit findet sich in unseren Leitlinien.

Alex
Alex

Alex Mirschel hat FINEST PLACES bereits 2010 gegründet und viele Jahre unter dem Namen Niedblog zu einem der einflussreichsten Luxus-Reiseblogs in Europa entwickelt. Seit dem Rebranding 2022 ist er unter FINEST PLACES unterwegs. Der Frankfurter Diplom-Verwaltungswirt war ursprünglich im öffentlichen Recht tätig und hielt einen Lehrauftrag als Dozent für Soziologie. Heute ist er selbstständiger Berater und Netzwerkpartner von Realizing Progress. Der Digital-Experte entwickelt Strategien, Kommunikationskonzepte und begleitet Veränderungsprozesse von Unternehmen und Destinationen.

Mehr von mir: Twitter | Instagram | Facebook

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert